RESEARCH

TRON Legacy

Monday, July 27th, 2009

2010 kommt die Fortsetzung des 1982er Films “TRON” in 3D in die Kinos. TRON hat mich, wie viele andere auch wegen seiner grandiosen Visualität bis heute sehr geprägt, war ein weiterer Grund, warum 1982 mein Lieblingsjahr ist und ist eigentlich natürlich ein ziemlich schlechter Film, handlungstechnisch betrachtet.
Die Fangemeinde jedenfalls scharrt nervös mit den Hufen, aber es hört sich soweit ganz gut an: Regisseur Joseph Kosinski hat bis dato einige sehr schöne retrofuturistische Werbeclips gezaubert, Daft Punk steuern den Soundtrack bei, und ein episches Drama erwartet hoffentlich sowieso niemand. Aber Eye-Candy bitte!
Vor Monaten gab es eine wackelige, unscharfe Aufnahme eines ersten Trailers, der nun endlich glasklar zur Verfügung steht, hier also das volle Programm, Trailer, neues Bike (ich bin da natürlich als Syd Mead-Fan etwas krittelig, aber grad gut gelaunt und deshalb sanft gestimmt), und noch ein paar Kosinski und Daft Punk-Spots als nachtisch,
Retrofuturismus, ich liebe Dich!
Der Trailer:

Das Bike:

Kosinski für Nike:

Kosinski für Saab:

und Daft Punk natürlich (perfekte Wahl)

See you at the movies
Sherlock

PICNIC AT HANGING ROCK

Friday, May 8th, 2009

Manchmal tauchen wunderbare Überraschungen auf, Filme, Musik, Menschen, die die ganze Zeit schon da waren, und mit denen man einfach nicht in Berührung gekommen ist und ich wundere mich dann immer, wie die eigene Weltwahrnehmung funktioniert. Wie man Jahre leben konnte, mit den Interessen, die man hat, mit der Recherche, die man betreibt, mit den Bars in die man geht, und dann kommt plötzlich von ganz woanders etwas, von dem man total geplättet ist, weil es so unfassbar nah an einem weiteren Puzzelstück der blauen Blume ist, hinter der man sein Leben lang herjagt und die ganze Zeit schon in der Welt war, obwohl man immer mal wieder glaubt, da wäre nun nichts mehr außer dem Alltag und den alten Lieben…
Und ich glaube, mich hat es zum Glück mal wieder getroffen. Und zwar in Form eines über 30 Jahre alten Films von Peter Weir namens Picnic at hanging Rock, den alle außer mir schon lange kannten und der für viele keine so große Rolle spielt. Tina hatte den Film während der Aufbauarbeiten für die ART Cologne in Ringenberg dabei und Bernd hat mich drauf gebracht, daß “der FiIm doch eigentlich was für Dich sein könnte.” Aber Hallo!
Ich bin jetzt seit Wochen total geplättet und sauge jede noch so kleine Information auf, interessiere mich plötzlich brennend für Panflötenmusik, habe das in Deutschland lang vergriffene Buch von Joan Lindsay aus dem Jahr 1967 in einem Zug gefressen und auch das legendäre letzte, posthum veröffentlichte Kapitel gelesen. Ich müsste eigentlich restlos bedient sein.
Doch es bleibt weiterhin etwas erhalten, trotz all dieser Recherche, etwas schwebendes, verzaubertes, angenehm melancholisches, daß der Film in mir angeschlagen hat und ihn schlagartig direkt neben Blade Runner an die Spitze meiner Lieblingsfilme katapultiert hat.
Die Geschichte ist schnell erzählt:

“Am Valentinstag 1900 verschwinden auf mysteriöse Weise drei junge Mädchen und die Lehrerin Miss McCraw bei dem Ausflug eines Mädcheninternats zum Hanging Rock, rund 70 km nördlich von Melbourne, im australischen Bundesstaat Victoria. Mehrere Suchaktionen verlaufen ohne Ergebnis. Schließlich wird eines der drei Mädchen gefunden, kann sich aber an nichts erinnern, was ihr die anderen Schülerinnen aber nicht glauben. Sara, die bei dem Ausflug nicht dabei sein durfte, hält Miranda, eines der verschwundenen Mädchen, für eine Prophetin und liebt sie abgöttisch. Sie glaubt an ein übernatürliches Verschwinden. Diese Vorfälle sind der Ausgangspunkt für den Niedergang der Mädchenschule. Eltern melden ihre Mädchen ab, die Direktorin verfällt dem Alkohol und schickt Sara, deren Schulgeld seit langem überfällig ist, zurück ins Waisenhaus. Sara stürzt sich daraufhin vom Dach in den Tod. Mrs Appleyard, die Direktorin wird wenige Wochen später tot vor dem Hanging Rock gefunden. Vermutlich ist sie beim Ersteigen des Felsen abgestürzt. “(Quelle:Wikipedia)

Was sich nicht so recht beschreiben lässt, ist die fast schlafwandlerische, schwebende Atmosphäre des Films, die für mich tatsächlich in manchen Stimmungen Blade Runner evoziert. Dabei gehts kaum verschiedener, der eine Film spielt im Jahr 2019, der ander 1900, der eine ein verregneter SciFi Film Noir, der andere ein Mysteryfilm in gleissender Sommersonne, und doch agieren die Hauptfiguren in “Picnic” in meinen Augen manchmal wie Replikanten, seltsam enthoben, elegant und otherworldly.
Und natürlich wird meine Liebe zum 19. Jahrhundert mehr als bedient!
Hier die Anfangssequenz:


und hier weitere 10 Minuten (inclusive des Verschwindens der Mädchen)

The Story of Stuff

Saturday, March 7th, 2009

Eines der Themen, die mich sehr interessieren ist Konsum.
Ich konsumiere selbst wie ein Irrer, erliege jeder Werbung und shoppe ohne Unterlass.
Seit einiger Zeit lese ich viel über die Mechanismen des Konsums, über die Sehnsüchte und Hintergründe des Konsums, des Shoppings, die Verlockungen der Produkte.
Die Page
THE STORY OF STUFF
ist ein charmanter Überblick über den Weg der Produkte, sehr moralisch manchmal, ein bisschen altklug, sehr amerikanisch, aber alles in allem sehr lehrreich.
Hier der Teil über den Konsum, toll finde ich die Info über PLANNED & PERCEIVED OBSOLESCENCE, kenne ich gut, was da berichtet wird.

Rolling Stones Salt of the earth

Friday, March 6th, 2009

Ich arbeite an meiner Installation für die Art Cologne, und dabei fiel mir das hier in die Hände. Und Ihr dürft jetzt raten, was das wohl alles wird…
xx
Sherlock
(auf jeden Fall ein tolles Video, oder?)

KÖLN Les Disques du Crepuscule

Sunday, February 15th, 2009

Da ist er wieder.
Nach der üblichen “Ich ziehe in eine neue Wohnung und habe eine Ausstellung vorzubereiten und das Internet in der neuen Wohnung ist down und ich rufe alle zwei Stunden beim Provider an und die wissen auch nicht” -Pause, hier das Frischfleisch for you..

Die Gruppenausstellung “Après Crépuscule-Na Schemering-After Twilight-Nach Dämmerung” war für mich eine ganz ganz besondere Ausstellung.
Ich bin seit meiner frühen Jugend glühender Fan des belgischen Plattenlabels “Les Disques du Crépuscule”, das in den 80ern die herrlichste Musik, die wunderschönsten Plattencover der Welt und die beste Selbstinszenierung überhaupt hervorgebracht hat.
HIER
gibt es nochmal meinen kurzen Text über Crépuscule, zum reinschnüffeln, dort kann man auch erfahren, warum ich für die SHow einen Tisch gebaut habe, und was das für ein Tisch ist.
Oliver Tepel aus Köln hat also nun das Unmögliche möglich gemacht, und im KÖLNISCHEN KUNSTVEREIN eine Gruppenausstellung kuratiert, in der sich Original-Entwürfe der Cover und Poster aus der Hochphase des Labels mit zeitgenössischen Positionen mischen, die sie alle auf das Label und seine Ästhetik beziehen.
Zu sehen gibt es Arbeiten von J.Louis Again, Enrico David, Christian Flamm, Julian Göthe, Benoit Hennebert, Julia Horstmann, Linder, Lucy McKenzie, Claus Richter, Hanna Schwarz, Claude Stassart, Lawrence Weiner, Detlef Weinrich und Denyse Willem.

Ich habe hier jetzt fix ein paar Fotos meiner Arbeit und einige tolle Cover, ich fahre aber nochmal hin und dokumentiere den Rest, jede einzelne Arbeit ist WOW!

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Lucy McKenzie arbeitet an ihrer fantastischen Wandarbeit, im Vordergrund mein Tisch-Nachbau.

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Vorne: Tisch von mir, Hinten: Wandarbeit von Lucy McKenzie

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the fruit of the original sin, Coverentwurf, Benoit Hennebert

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Originalcover, Benoit Hennebert

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Poster und Posterentwürfe, Benoit Hennebert

GO AND SEE IT!!!

More to come.

The first Christmas Gifts arrive

Thursday, December 11th, 2008

Im Moment bin ich sehr glücklich, denn ich habe zwei fantastische Geschenke erhalten!
Felix hat mir einen wunderschönen Adventskalender in den Briefkasten geworfen, so daß nun ein traumafreies Leben wieder möglich ist! Merci merci!
Und Ben hat das Unmögliche Möglich gemacht.
FÜR DAS GESAMTE NÄCHSTE JAHR WIRD DISNEYLAND NACH MIR BENANNT!!!!
Ein langgehegter Traum geht so nun endlich in Erfüllung und auch das amerikanische TV hat darüber berichtet, see for yourself!
DANKE BEN!!

Congratulations Mark Leckey

Tuesday, December 2nd, 2008

Ich freu mich, daß Mark Leckey den Turner Preis bekommen hat! Er ist nämlich auch Blade Runner an und hat dieselbe Lieblingsszene aus Pirates of the Carribean III wie ich!
Und ich mag seine Kunst, die Show im Kölner Kunsverein war fantastisch! Glückwunsch! Toll!
Hier die 4 Nominierten, die ich alle vier richtig richtig gut finde! Es ist eine Freude und eine große Inspiration dieses Jahr, tolle Auswahl, tolle Künstler!

Goshka Macuga und Cathy Wilkes

Runa Islam und Mark Leckey

Furchtbare Jahrzehnte und ein kurzes Aufbrausen

Monday, December 1st, 2008

Ich kann einfach keinen dieser “Die 80er waren furchtbar, und jetzt kommt alles wieder” Artikel mehr ertragen. Diese Verkürzung auf ein paar stammtischtaugliche Schlagworte (Vokuhila, Schnauzbart, Netzhemd, Neonfarbe etc..) sind so unerträglich. Woher kommt diese Reduzierung auf vermeintliche Furchtbarkeiten? Wie müssen diese Autoren ihre jetzige Umwelt erfahren? Sind sie weiter auf der Suche nach dem “Peinlichen”, dem “Scheusslichen”? Welche Frustration oder welche Überheblichkeit nährt so eine Weltsicht?
HIER zum Beispiel ergiesst sich ein Spiegel-Online-Autor seitenweise in einer dünnen Suppe aus Spott und Hohn über ein ganzes Jahrzehnt und ich muß da dann einfach denken: “Waren DAS die 80er für Dich? Mensch, das tut mir aber leid. Arme Wurst.”
Jedes Jahrzehnt entwickelt im Kontext der Zeit Moden und Positionen, und es gibt keins, über das ich mich anmassen würde, den Stab zu brechen.
Ich habe weiss Gott noch nicht viele Jahrzehnte erlebt, aber ich habe mich in den 70ern, 80ern, 90ern und auch jetzt nie umzingelt von Unerträglichkeiten gewähnt. Immer gab es Dinge, die mir nicht gefallen haben, aber immer auch sehr sehr viel Inspirierendes und eine Menge Herrlichkeiten.
Ich möchte also jetzt mal flott ein Dankeschön an einige der tollen Dinge der 80er schicken, an Filme wie Blade Runner oder Tron (beide 1982), überhaupt den Science-Fiction-Filmen der Zeit, dem vor Optimismus und Zukunftsglauben nur so strotzenden EPCOT-Center von Disney, sexy Bands wie DAF, dem verspielten Atatak-Label, dem Haufen verschiedenster Friedens- und Umweltaktivisten und dem Beginn von bist Dato undenkbaren Parteien wie den Grünen , den Omnibots von Tomy, Syd Meads Filmentwürfen, Talk Talk, Michael Jackson, den Fine Young Cannibals, cleveren Bands wie ABC oder Scritti Politti, natürlich Les Disques du Crepuscule, eigentlich auch vielen der verachteten Hits der Zeit, jeder einzelnen verdammten coolen Neonröhre, Breakdance, Double Dutch, MalcomMclarens verdrehten Marketingideen, größenwahnsinnigen Konzeptlabeln wie ZTT, jedem Computerspiel der Zeit, den mit Funktionen überladenen Digitaluhren, dem 1987er Buick Riviera mit seinem futuristischen Lichtdisplays, ach, es gibt viel, das mir gut gefiel und auch heute noch gut gefällt.
Und auch hier und jetzt gibt es da so einiges, der ganze Blog ist voll von Jubel über Leute, die im Moment meine eigene kleine Welt ein Stück interessanter und liebenswerter machen und das soll auch beibehalten werden. Somit wird das wohl fürs erste mein letzter Eintrag über eine Scheusslichkeit dieses Jahrzehnt bleiben.
Ich freu mich auf die neuen Jahrzehnte und bin gespannt, was dann bei SpiegelOnline davon übrigbleibt.
xx
Sherlock