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ZWEI VORTRÄGE

Mittwoch, April 16th, 2008

Heute, Mittwoch den 16. April spreche ich ab 19.00 Uhr in der Kunsthalle Mainz über Science Fiction und Fans:

Building better worlds – Wie fiktive Welten greifbar werden:
Hollywood, Disneyland und kreative Fans.
Kunsthalle-Mainz
Kunsthalle Mainz

und Donnerstag, den 15. April freue ich mich über Gäste im Kunstverein Braunschweig, dort gibt es im Rahmen meiner Ausstellung im dortigen “Cuboid” ebenfalls um 19.00 Uhr eine Mischung aus Vortrag und Künstlergespräch.
Kunstverein-Braunschweig
Kunstverein Braunschweig

HOW TO INVEST IN ART.

Donnerstag, April 10th, 2008

Skulls
(click to enlarge)

Bitte nicht den doofen Damien Hirst-Schädel kaufen, sondern eins von weltweit sieben handgeschriebenen und handgefertigten Büchern aus der Feder von Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling.
“The Tales of Beeedle the Bard” umfasst 157 handbeschriebene Seiten, ist in braunes marokkanisches Leder gefasst und mit silbernen Beschlägen (auch Schädel) eingefasst. Handschrift und Illustrationen aller 7 Bücher stammen von Rowling selbst, und das Buch an sich entspringt quasi wiederum dem letzten Harry Potter-Band, in dem es als Handlungsträger auftaucht. Nun also auch in der “realen” Welt erhältlich und ich kann nur sagen: DAS ist ein Artefakt von großer kultureller Bedeutung. Abgesehen von Rowlings Einfluß auf das Leben, das Weltbild und die Realitätswahrnehmung von Abermillionen Menschen und der durch diese sieben Bücher gefeierte Verwischung von “Realität” und FIktion läßt auch die charmante Idee, die Einnahmen an eine Charity-Stiftung zu leiten eine erfreuliche Wiederholung von James M. Barries Peter Pan-Copyright fürs Kinderheim (bis heute hält auf Grund von Barries Verfügung das Great Ormond Street Hospital das “ewige Copyright” an Peter Pan) erkennen.
Hirsts Skull ging für 100 Millionen Euro weg, während Amazon freudig berichtet, eins von Rowlings Büchern für 1.950.000 britische Pfund erworben zu haben.
Wenn ich die Wahl zwischen einem kulturpessimistischen Kackschädel und einem liebevoll hangeschriebenen Buch aus einer fiktiven Welt hätte, würde der geübte Richter-Blog-Leser nicht lang fackeln und vor seinem Monitor ausrufen:” Der Alte würde natürlich das Buch wollen, mein Gott wie simpel!” Und so ist es. Denn nicht nur bedient es exakt meine Vorliebe für Reality/Fiction-Verwischungen, nein, es verrät mir auch viel darüber, wie Künstler mit ihrem Erfolg umgehen, und da ist mir Rowlings unzynischer Ansatz persönlich näher.

Unter untenstehendem Link erfährt man mehr zu dem fantastischen Prachtband (inclusive herrlicher Fotos!!)

CLICK HERE

ZWEI SHOWS in BRAUNSCHWEIG und MAINZ

Montag, März 31st, 2008

Immer nur Youtube Videos verlinken ist ja auch nicht alles, was hier passiert im Richterschen Blog, deshalb mal wieder ein Text.
Das Jahr begann mit 2 Shows, eine im Kunstverein Braunschweig und eine in der Kunsthalle Mainz. Beide stellen sozusagen die entgegengesetzen Enden dessen dar, was ich so bearbeite. In Mainz gibt es noch bis zum 18. Mai 2008 die Ausstellung
Alle Zeit der Welt
zu sehen, und dort auch einen Ausschnitt aus meiner Studiensammlung von Dokumenten und Artefakten aus der Welt der Special Effects, Theme-Parks und Fantasywelten. Das sieht dann so aus:
Ansicht Mainz
Ansicht Mainz (zum Vergrößern anklicken)

Der historistische Tisch ist ein fiktiver Arbeitsplatz, von dem aus sich die Sammlung Richter über die Wand ausbreitet. Sehr dicht und mit 2 Vitrinen für Objekte und alte kostbare Bücher. (zum Beispiel meine seltene Mappe mit Stichen von Albert Robida´s Skizzen zu seiner riesigen begehbaren Kulissenrekonstruktion des “alten Paris” auf der Weltausstellung von 1900).
Künstlersammlungen sind nichts außergewöhnliches, aber da ich selbst immer wieder Freude daran habe, anderen Künstlern in die Materialsammlungen zu schauen gibt es seit Jahren immer mal wieder Einblicke in meine Sammlung an Ausgangsmaterialien.
Das Material ist grob geordnet, das Prinzip in Mainz war wie folgt:
Legende Mainz
Klick zum Vergrößern
So wie hier grad Tag auf Tag neue Youtube-Videos geposted sind kann man sich ja vorstellen, daß ich viel im Netz herumschwirre, und diese Art der Recherche ist wie gemacht für Künstler wie mich. ich bin hungrig und ehrgeizig, wenn es darum geht, in Gebiete vorzustossen, die mich interessieren. Man kann das auch nerdig nennen, es ist mir eine Ehre.
Ich glaube, Google und ebay werden nicht nur meinen künstlerischen Output verändert haben. Viele Kollegen bedienen sich im Netz und geniessen die unüberschaubare Masse an neuen Bildern und Stories, die hier durch geschicktes Klicken oder durch Serendipity auftauchen können.
Daß dabei oft allzuschnell Arbeiten entstehen, die über den Moment der Entdeckung eines Topics nicht hinauskommen (”Aha, da hat er/sie etwas beim googeln gefunden.”) ist wahrscheinlich die logische Weiterführung von Ideenlosigkeit über die Jahrhunderte.
Früher halt hübsch bunt abgemalt, heute eben hübsch streng ausgedruckt. Das Internet ist nicht dran schuld, genau wie der Computer auch nie schuld ist, leider. Demzufolge finde ich Maßnahmen wie Umberto Eco´s temporäres Internet-Recherche-Verbot für seine Studenten ein bisschen muffig. It ain´t what you do- It´s the way that you do it!
In Braunschweig entstand vor einigen Wochen dann eine ganz andere Welt. Diesmal blieb das Hintergrundmaterial verborgen und es wurde gebaut. Zwei Kulissen wurden im Cuboid (ehemals “Studiogalerie”) des Kunstvereins Braunschweig konstruiert, und hier war Immersion das Wort der Stunde.
So sahen die Aufbauarbeiten aus:
Dsc08550
(Klick to enlarge)

Und nach einer Woche war der White Cube dann ein Tunnelsystem, eine begehbare Kulisse, die durch den umfassenden sensorischen EIndruck wirklich ziemlich immersiv funktioniert. Auf gut deutsch: Wenn man die Installation betritt vergisst man wirklich schnell, daß das alles eine Kulisse ist und es entsteht so ein wohliger Schauer über das Wissen von der Kulissenhaftigkeit und das gleichzeitige Fühlen von Realität. Es macht also Spaß darin herumzustiefeln.
In der fertigen Installation und in den historischen Räumen des Braunschweiger Kunstvereins habe ich dann in der darauffolgenden Woche mit Bernd Thiele an der Kamera und Anneke Ingwersen vor der Kamera einen kurzen Film gedreht, in dem die Kulissentunnel sich an die Architektur des Kunstvereins “andocken” und Anneke in einer Doppelrolle durch einen Tunnel aus dem Kunstverein flieht, während sie durch einen anderen Tunnel in den Kunstverein einbricht.
Stills vom Dreh und von den Tunneln:
Anneke Fenster
Anneke Ingwersen Aussendreh (klick to enlarge)
Dsc08726
Anneke Innendreh Kunstverein (klick to enlarge)
Anneke Rotunde
Anneke Innendreh (klick to enlarge)
Anneke Bernd Dreh
Anneke / Bernd Innendreh (klick to enlarge)
Claus Richter Tunnel
Claus Richter / Tunnel-Set (klick to enlarge)

Dsc 0192
Anneke Dreh Tunnel (klick to enlarge)

In Braunschweig gibt es also sowohl die Tunnel als auch den Film, der in ihnen und im Gebäude gedreht wurde zu sehen. Für den Film wurde eine Kino-Situation gebaut, man kann also sowohl in die Kulisse als auch in den Film eintauchen und eine gezielte Willing suspension of disbelief erleben. Zudem webt der Film den Eindruck, der Braunschweiger Kunstverein sei mit Geheimgängen durchzogen, was sich bei einem späteren Besuchs des Hauptgebäudes auch angenehm auswirken mag.
Die Ausstellung kann noch bis zum 12. Mai besucht werden, am 17. April halte ich in Braunschweig einen Vortrag über meine Arbeit.
Mehr Info HIER (Plakat, Pressetext, mehr Bilder)

Diesen Monat kann man auch einen kleinen Text über mich in dem deutschen Kunstmagazin MONOPOL lesen, ich bin einer der vier Künstler auf der sogenannten “Watchlist”, das heisst, es empfiehlt sich, ein Auge auf mich zu werfen.

Soweit die Shows des Frühjahrs.
Im Sommer 2008 wird es hoffentlich richtig viel zu posten geben, denn ich bereite im Moment eine große Gemeinschaftsarbeit mit Tobias Rehberger vor. Wir werden im Auftrag von STYLEPARK im Juli in der Festhalle der Messe Frankfurt eine sehr große begehbare Installation bauen, die unsere beiden Wege, Dinge zu bauen mischen wird und ich freue mich sehr auf das Ergebnis!

Und nun recherchiere ich weiter, gerade, um einen kleinen Einblick zu geben, lege ich ein Archiv von architektonischen Elementen der Neogotik (19. Jahrhundert, auch GOTHIC REVIVAL) und der idealisierten Fachwerkarchitektur von Theme-Parks und historistischen bauten an. ich sammele also grad Erker, Giebel, Türmchen, Mauerstrukturen, Treppchen, Überhänge und vertiefe mich in die Lektüre von Schriften über A.W.N. Pugin und John Ruskin.

Stay hungry.
Sherlock

THE BIG CLOVERFIELD DISSAPPOINTMENT

Donnerstag, Januar 31st, 2008

Cloverfield (der Film) war eine immense Enttäuschung, die Produzentin hatte Recht.
Cloverfild zeigt den Angriff eines ominösen Riesenmonsters auf New York aus der Perspektive einer privaten Videokamera (Wackelwackel), die dummerweise von einem unfassbar verblödeten dauerredenden Vollhirni geführt wird, der damit eigentlich eine Party aufnehmen sollte. Ich hatte so eine Art Intensivierung des klaustrophopischen Angstterrors erwartet, der mich bei der grandiosen Re-Inszenierung von “War of the Worlds” (long live Steven Spielberg!) wollüstig ergriffen hatte, aber das genaue Gegenteil trat ein. Alle Figuren sind unsympathisch, bzw. gar nicht charakterisiert und ihre Hauptbeschäftigung ist Kreischen, hysterisch gegenseitig ihre Namen rufen und wackelig herumrennen. Ab und zu hocken sie auch irgendwo. Dann explodiert irgendetwas und sie rennen und kreischen wieder.

Eigentlich ist es ja eine faszinierende Idee, einen Realitätsbezug durch diese “jemand hat das privat gefilmt”-Inszenierung herzustellen, aber sowohl bei dem meiner Meinung nach todlangweiligem “Blair Witch Project” als auch jetzt bei “Cloverfield” funktioniert es nicht.
Ein Film saugt mich durch eine gezielte Bildführung in die Handlung, so wie es Spielberg bei “War of the Worlds” meisterhaft zeigt, oder auch mein zweitliebster Paranoia-Film der letzten Jahre “Children of Men”. Beide Filme strahlen eine große “realistische” Intensität aus, die Umwelt in die das Grauen einbricht scheint sehr vertraut, und auch hier ist man die ganze Zeit nur bei den Hauptfiguren, keine Handlungsnebenstränge, keine Schnitte in die Notfallzentrale. Im Gegensatz zu “Cloverfield” lässt man sich auf das Grauen ein, da man wie im Traum daran teilnimmt. “Cloverfield” ist wie das Tape aus einer Kamera, die einer der tausenden Komparsen aus “War of the Worlds” verloren hat. Einer der tausenden Komparsen, die Steven Spielberg zurecht links liegen lässt.
Cloverfield hat ein schlechtes Timing, alles sitzt nicht, die Momente der Ruhe sind nicht unheimlich, sondern lanweilig. Der einzige Moment, in dem Cloverfield wirklich gruselig ist, findet meiner Meinung nach beim Besteigen eines absurd abgeknickten Hochhauses statt. (Auch das einzige in seiner grotesken Absurdität starke Bild) Wenn da plötzlich auf dem schrägen schwindelerregend hohen Dach eine seltsame windige Ruhe und ein leises Knirschen alles ist, was man hört, ist man kurz mit dabei, aber eben nur kurz.
Ansonsten:” Bred, wo willst Du hin???!” “Wir müssen hier raus!!” “Bred, wo willst Du hin???” “Bred, wo willst Du hin???” “Wir müssen hier raus!!” usw…
Das dazu.
Sherlock
(Guck ich mir denn jetzt den Will Smith “I am Legend” an?)

HORROR, KARRIERE und ERSCHÖPFUNG

Sonntag, Januar 27th, 2008

Ich freue mich auf den neuen US Amerikanischen Monsterfilm “Cloverfield”!
EIndeutig eine Reaktion auf 9/11 und nicht nur unter diesem Aspekt interessant. Der ganze Film ist wie ein gefundenes Amatervideo inszeniert, erinnert natürlich wiederum an Blair Witch Project und zudem soll laut bisheriger Presseberichte ein ziemlich düsteres, klaustrophobisches und fatalistisches Klima den Film durchziehen, kein Happy End! (Hollywood!) Das erinnert dann an War of the Worlds (Spielberg). Die Mischung lockt mich.
Ich bin gerade dabei, richtig krank zu werden, es ist zuviel zu tun für einen einzelnen Claus, aber es ist alles für die Kunst, und wird bestimmt großes Glück und totale Zufriedenheit nach sich ziehen. Bestimmt…
Vorbereitet werden hier in den Richter-Studios gerade ein Text für die Hessische Kulturstiftung, ein langer Text über den japanischen Künstler Shinkichi Tajiri für das Museum Valkhof in Nijmwegen, meine Ausstellung im Cuboid des Kunstvereins Braunschweig, meine Teilnahme an der Eröffnungsausstellung der Kunsthalle Mainz und zwei große bzw. gigantisch große, noch geheime Projekte in Berlin und Frankfurt.
Das Jahr geht ja gut los! Ich gehe jetzt in mein Sauerstoffzelt und poste schnell mal einen kleinen Ausschnitt aus “Cloverfield”, mal sehen, ob er hält, was er verspricht.
Ach: Die Tom Cruise Biographie ist erbärmlich, wirklich unfassbar schlecht recherchiert und geschrieben, aber ich bleibe dran.
Cloverfield:

BACK TO REALITY

Dienstag, Januar 22nd, 2008

und gleich ab into Fiction…
Ich bin nun nicht mehr auf Schloss Ringenberg, sondern wohne in einem seltsam faszinierenden riesigen Gebäude in Offenbach.
Für die nächsten Monate stehen einige grosse Projekte an, es gibt viel zu tun und dergestalt bleibt kaum Zeit, sich “einzuleben” aber immerhin habe ich Zeit, nebenher die neue unauthorisierte Biografie von Tom Cruise zu lesen.
Tom Cruise ist neben Michael Jackson einer meiner Lieblingsstars, während Jackson ein liebenswertes Peter-Pan-Wesen verkörpert, ist Cruise der wahnsinnige Blick in den Abgrund, eine Art Dr, Jeckyll and Mr Hyde begeisterung treibt mich für beide an.
Ich lese also mal fleissig und werde berichten, hier zwei legendäre Cruise-Interviews



RESET, REPEAT, RESTART

Sonntag, Januar 6th, 2008

Tja, so schnell ist ein Jahr vorbei.. Ich packe gerade Kisten und Kästen, um das herrliche Schloss RIngenberg zu verlassen und in eine ungewisse Zukunft nach Offenbach zu ziehen. Nicht daß diese Ungewissheit unangenehm wäre, ich freu mich auf die Ausstellungen und Zusammenarbeiten, die jetzt schon für 2008 feststehen, aber ich werde Ringenberg und meine dort neu gefundenen Freunde vermissen. Es war eins der besten Jahre bisher, ich glaube natürlich, daß noch ein paar richtig tolle Jahre ab und an kommen, aber grad packe ich Kisten und bin melancholisch. Insgesamt freue ich mich aber über mein unstetes Leben als Künstler, denn so ist immer alles immer wieder neu, es gibt keine Beschwerden über Langeweile oder innere Leere, keineswegs!
Mein Soundtrack zum traurig ins neue Leben gehen ist “Beirut”, eine mehrköpfige Band um den Sufjan-Stevens-haften Mastermind Zach Condon.
Die guten und huldigungswürdigen Menschen von der
BLOGOTHEQUE
haben mit Beirut jeden einzelnen Song des neuen Albums in ihrer wunderschönen unprätentiösen Art verfilmt, und ich kann nur empfehlen, sich das
HIER
anzuschauen, es ist wirklich ein Meisterwerk nach dem anderen entstanden!
Schaut es Euch an, während ich Kisten vollpacke und seufze!
Euer Sherlock

Einladung zur Ausstellungseröffnung

Samstag, August 25th, 2007

Bild 2
(Aus dem neuen Video “Fantasy”)


Liebe Freunde,
am kommenden Freitag, den 31.8.2007 eröffnet meine neue Ausstellung “The Funky Rabbit Hole” im Revolver.
Zudem gibt es dort auch die Premiere meines neuen Videos “Fantasy”.
Herzliche Einladung!
Claus Richter
The funky rabbit hole
Revolver, Archiv für aktuelle Kunst
Bethmannstrasse 13
60311 Frankfurt am Main

Eröffnung
Freitag, den 31.08.2007 von 19.00 bis 22.00 Uhr
Fantasy

am Samstag, den 01.09.2007 gibt es in der Ausstellung eine Matinée, ab 11.00Uhr, an der ich aber leider nur bis ziemlich genau 12.45 Uhr teilhaben kann, dann muß ich wieder aufs Schloss..
Ich würde mich freuen, Euch/Sie Freitag oder Samstag früh zu sehen und verbleibe mit den herzlichsten Grüßen
yours truely
Claus Richter