Ich bin wieder zurück von langer Reise und einigen Ausstellungen, über die hier noch berichtet werden soll.
Zuerst aber muß ich meiner Pflicht als großer Dirty Projectors Fan nachgehen, und das neue umwerfende Video zu “Stillness is the Move” posten.
Alles stimmt in diesem Video, so meine ich zumindest.
Eine besonderes Augenmerk liegt meinerseits auf der wunderschön gepatchworkten Jacke, die David Longstreth trägt, und die man in der hochaufgelösten Quicktime-Version des Video natürlich noch besser bewundern kann..
Nämlich: HIER
Ich bin wieder unterwegs,
es wird zwei Ausstellungen geben:
a)
NOSEGAY PRESS /FOREVER YOURS
meine erste Einzelausstellung bei Marietta Clages in Köln,
es wird meine neue CD “The Nosegay Press” zu hören geben und dazu natürlich Bilder und exquisite Objekte.
Eröffnung ist am 19. Juni 2009, ab 19-00 Uhr
Mehr Information bald HIER
Wer meine Charles-Dickens-Strasse auf der Art Cologne verpasst hat, oder nochmal durchschreiten will, kann das ab dem
21. Juni 2009
in der Kunsthalle Lingen tun,
denn dort nehme ich an der Gruppenshow
“Ein Traum ist alles Leben und die Träume selbst ein Traum”
teil.
(mit Ulla von Brandenburg, Kerstin Cmelka, Jeanne Faust, Harry Kramer, Kalin Lindena, Jochen Schmith und Alexander Wolff)
mehr Info dazu HIER
Ja, es ist soweit, nach David Byrne nun auch Björk!
Sie singt hier mit meiner Lieblingsband einige neue Songs, die David Longstreth für sie komponiert hat.
Wenn ich ein exquisit altmodisches Künstlerbild wiederbeleben würde, wäre es im Moment die Idee einer Muse und zwar in Form des begnadeten Selbstdarstellers und Fotomodells Martin Cohn.
Irgendwie bin ich auf einer typischen Fashion-Recherche auf ihn gestossen und eigentlich ist so ein androgyner femininer Mann natürlich nichts neues in der Modewelt, aber Martin Cohn macht das meiner Meinung nach besonders gut, seine Fotos waren bei mir schlagartig ein grosses WOW.
Wie gerne würde ich mit ihm Picnic at hanging Rock-hafte Videos drehen, in denen er mit ernstem Gesicht in geheimnisvoller Natur romantische Gedichte mit wehendem Haar rezitiert und dann in einer multidimensionalen Parallelwelt zu verschwinden.
Dafür müsste ich allerdings wohl erst im Lotto gewinnen,oder noch ein paar mehr Werke verkaufen, denn Cohn ist bei der grossen Modelagentur DNA Models unter Vertrag.
Seit kurzem trägt er sein Haar platinblond, was mich noch mehr verzückt! HIER
gibt es ein winziges Kurzinterview mit ihm, in dem er erzählt, daß er in einem Shoot fürs Interview Magazine Candy Darling dargestellt hat. Perfekt!
Und hier einige meiner fav Musenbilder:
(c) by Last Nights Party,
The Sartorialist,
DNA Models
und Spencer Heyfron)
Manchmal tauchen wunderbare Überraschungen auf, Filme, Musik, Menschen, die die ganze Zeit schon da waren, und mit denen man einfach nicht in Berührung gekommen ist und ich wundere mich dann immer, wie die eigene Weltwahrnehmung funktioniert. Wie man Jahre leben konnte, mit den Interessen, die man hat, mit der Recherche, die man betreibt, mit den Bars in die man geht, und dann kommt plötzlich von ganz woanders etwas, von dem man total geplättet ist, weil es so unfassbar nah an einem weiteren Puzzelstück der blauen Blume ist, hinter der man sein Leben lang herjagt und die ganze Zeit schon in der Welt war, obwohl man immer mal wieder glaubt, da wäre nun nichts mehr außer dem Alltag und den alten Lieben…
Und ich glaube, mich hat es zum Glück mal wieder getroffen. Und zwar in Form eines über 30 Jahre alten Films von Peter Weir namens Picnic at hanging Rock, den alle außer mir schon lange kannten und der für viele keine so große Rolle spielt. Tina hatte den Film während der Aufbauarbeiten für die ART Cologne in Ringenberg dabei und Bernd hat mich drauf gebracht, daß “der FiIm doch eigentlich was für Dich sein könnte.” Aber Hallo!
Ich bin jetzt seit Wochen total geplättet und sauge jede noch so kleine Information auf, interessiere mich plötzlich brennend für Panflötenmusik, habe das in Deutschland lang vergriffene Buch von Joan Lindsay aus dem Jahr 1967 in einem Zug gefressen und auch das legendäre letzte, posthum veröffentlichte Kapitel gelesen. Ich müsste eigentlich restlos bedient sein.
Doch es bleibt weiterhin etwas erhalten, trotz all dieser Recherche, etwas schwebendes, verzaubertes, angenehm melancholisches, daß der Film in mir angeschlagen hat und ihn schlagartig direkt neben Blade Runner an die Spitze meiner Lieblingsfilme katapultiert hat.
Die Geschichte ist schnell erzählt:
“Am Valentinstag 1900 verschwinden auf mysteriöse Weise drei junge Mädchen und die Lehrerin Miss McCraw bei dem Ausflug eines Mädcheninternats zum Hanging Rock, rund 70 km nördlich von Melbourne, im australischen Bundesstaat Victoria. Mehrere Suchaktionen verlaufen ohne Ergebnis. Schließlich wird eines der drei Mädchen gefunden, kann sich aber an nichts erinnern, was ihr die anderen Schülerinnen aber nicht glauben. Sara, die bei dem Ausflug nicht dabei sein durfte, hält Miranda, eines der verschwundenen Mädchen, für eine Prophetin und liebt sie abgöttisch. Sie glaubt an ein übernatürliches Verschwinden. Diese Vorfälle sind der Ausgangspunkt für den Niedergang der Mädchenschule. Eltern melden ihre Mädchen ab, die Direktorin verfällt dem Alkohol und schickt Sara, deren Schulgeld seit langem überfällig ist, zurück ins Waisenhaus. Sara stürzt sich daraufhin vom Dach in den Tod. Mrs Appleyard, die Direktorin wird wenige Wochen später tot vor dem Hanging Rock gefunden. Vermutlich ist sie beim Ersteigen des Felsen abgestürzt. “(Quelle:Wikipedia)
Was sich nicht so recht beschreiben lässt, ist die fast schlafwandlerische, schwebende Atmosphäre des Films, die für mich tatsächlich in manchen Stimmungen Blade Runner evoziert. Dabei gehts kaum verschiedener, der eine Film spielt im Jahr 2019, der ander 1900, der eine ein verregneter SciFi Film Noir, der andere ein Mysteryfilm in gleissender Sommersonne, und doch agieren die Hauptfiguren in “Picnic” in meinen Augen manchmal wie Replikanten, seltsam enthoben, elegant und otherworldly.
Und natürlich wird meine Liebe zum 19. Jahrhundert mehr als bedient!
Hier die Anfangssequenz:
und hier weitere 10 Minuten (inclusive des Verschwindens der Mädchen)
natürlich nur in meiner kleinen bescheidenen Welt…
Ich muß ja nicht mehr lange erklären, daß ich ein grosser Fan dieser großartigen Band bin, und hier ist also die neue Single, die irgendwo zwischen Mariah Carey und den Dirty Projectors liegt, on heavy heavy rotation hier in den Richter-Studios, wenn ich ein fettes Auto hätte, würde ich damit gerne rumcruisen und dabei langsam und smooth zu “Stillness is the move” mit dem Kopf wippen, während langsam irgendwas an mir vorbeizieht. Ach!
Voila:
Nach fast einem Monat bin ich zurück am heimischen Rechner und kann wieder an mein Update-Programm, ohne das ich leider nichts posten kann.
Aufregende und dichte Zeiten liegen hinter mir und die ART Cologne hat viel Spaß gemacht, ich liege dennoch grad ermattet darnieder und schöpfe neue Kräfte, hauptsächlich durch stetiges Anschauen meines neuen Lieblingsfilms “Picnic at Hanging Rock”, der auch Grundlage meiner in wenigen Wochen anstehende Soloshow bei CLAGES in Köln ist.
Hier jetzt aber, bevor ich in eine sanfte und schwebende Ohnmacht sinke, ein Blick auf meine Open Space Koje bei Eva Winkeler auf der Art Cologne, betitelt “RATS!” und voll und ganz begehbar mit drehenden Ratten und einer unangekündigt stattfindenden Performance.
Ein ausführliches Video von “Vernissage.tv”, die die ganze Arbeit und auch eine der Performances toll ins Bild gesetzt haben findet sich HIER
und hier schon mal 2 Bilder der Installation: